Spannende Einblicke, gute Gespräche und ein klarer Fokus auf die Zukunft des Handwerks im östlichen Main-Kinzig-Kreis. Auch Jobcluster Deutschland war bei der Jahreshauptversammlung der Kreishandwerkerschaft Gelnhausen-Schlüchtern im Landgasthof „Zur Quelle“ in Wächtersbach-Aufenau vertreten. Die Versammlung bot auch in diesem Jahr eine wichtige Plattform für Austausch, Netzwerkpflege und die strategische Ausrichtung des regionalen Handwerks. Mitglieder sowie Vertreter verschiedener Innungen, Gewerke und Partnerorganisationen kamen zusammen, um aktuelle Entwicklungen, Herausforderungen und Chancen für das Handwerk in der Region zu diskutieren.

Eröffnet wurde die Jahreshauptversammlung von Kreishandwerksmeisterin Esther Hummel. Sie betonte die Bedeutung eines geschlossenen Auftretens des Handwerks nach außen: „Es ist wichtig, dass die Kreishandwerkerschaft Gelnhausen-Schlüchtern ein geschlossenes Bild des Handwerks nach außen abgibt. Wir sind respektvoll, verlässlich und halten zusammen.“

Im Anschluss berichtete Joachim Wagner, Vizepräsident der Handwerkskammer Wiesbaden, über die aktuelle Lage im Kammerbezirk. Dem Baugewerbe im Main-Kinzig-Kreis gehe es derzeit besser als im bundesweiten Vergleich. Auch bei den Lehrlingsstellen zeige sich eine positive Entwicklung. Während bundesweit rückläufige Zahlen zu beobachten seien, konnten im Main-Kinzig-Kreis mehr Ausbildungsplätze besetzt werden.

Wagner appellierte zugleich an die Obermeister der Innungen, die Zusammenarbeit zwischen den Kreishandwerkerschaften im Kammerbezirk weiter zu stärken: „Die Kreishandwerkerschaften müssen stärker kooperieren, um Kosten zu sparen und Synergieeffekte zu nutzen. Insbesondere in der Verwaltung.“ Auch ein intensiverer Datenaustausch zwischen den Organisationen könne dazu beitragen, Prozesse zu verbessern und Ausbildungskosten gerechter zu verteilen. Betriebe, die aktiv ausbilden, sollten dabei stärker entlastet werden.

Ein weiterer Programmpunkt war die Vorstellung moderner Recruiting-Ansätze. Jobcluster Deutschland, ein Partner der Kreishandwerkerschaft Gelnhausen-Schlüchtern, präsentierte ein Konzept zur digitalen Fachkräftegewinnung für Handwerksbetriebe der Region. Geplant ist ein gemeinsames Karriereportal der Kreishandwerkerschaft Gelnhausen-Schlüchtern und ihrer Mitgliedsbetriebe. Durch eine gezielte SEO-, GEO- und Google-for-Jobs-Optimierung soll eine hohe Sichtbarkeit bei Bewerbern erreicht werden. Darüber hinaus soll jedem Betrieb ein eigener Zugang zu einem Recruiting-Tool (=„One-Click-Recruiter“) zur Verfügung gestellt werden. Darin stehen bereits vorformulierte Stellenanzeigen für häufig gesuchte Berufsprofile der jeweiligen Innung bereit. Diese erscheinen in einem einheitlichen Design, das durch eigene Bilder der Betriebe individualisiert werden kann. Weitere Stellenprofile können schnell ergänzt und anschließend über verschiedene Recruiting-Kanäle veröffentlicht werden. Ein praktischer Vorteil: Neue Stellenanzeigen lassen sich jederzeit erstellen. Auch am Sonntagabend, vielleicht noch vor dem Tatort oder dem nächsten Netflix-Stream. Dieses Szenario wurde den Anwesenden in einem KI-erstellten Video veranschaulicht, in dem ein Handwerksmeister auf seinem Sofa sitzend noch schnell, bevor der Tatort anfängt, eine Stelle für einen Gas- und Wasserinstallateur veröffentlicht.

Aus der Runde der Handwerksmeister kam anschließend eine praxisnahe Frage: „Wie hoch ist die Treffsicherheit Ihres Recruiting-Konzepts, um im Bild des Biathlons zu bleiben? Sind Bewerbungen garantiert?“ Alexander Baumann, Geschäftsführer von Jobcluster Deutschland, antwortete: „Eine Garantie auf Bewerbungen kann ich Ihnen nicht geben. Durch die dauerhafte Sichtbarkeit Ihrer Stellenanzeigen im Internet und auf Social Media wird jedoch die Reichweite Ihrer Stellenanzeige deutlich erhöht. Dadurch steigt deutlich die Wahrscheinlichkeit, dass Bewerber auf offene Stellen in ihrem Betrieb aufmerksam werden.“

Im weiteren Verlauf berichtete Anett Kuykendall, Geschäftsführerin der Kreishandwerkerschaft Gelnhausen-Schlüchtern, über aktuelle Entwicklungen in der Region. So wurde unter anderem die Fusion der Innungen Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik aus Hanau und Gelnhausen-Schlüchtern umgesetzt, um Synergien zu nutzen. Auch sie bestätigte eine positive Entwicklung bei den Ausbildungszahlen. Die Zahl der besetzten Lehrstellen in der Region sei um 0,8 Prozent gestiegen.

Darüber hinaus stellte sie mehrere Projekte der Kreishandwerkerschaft vor, darunter das Programm „StepUp Handwerk“, das gemeinsam mit dem Bundesinstitut für Berufsbildung umgesetzt wird. Ziel des Projekts ist es, die Weiterbildung im Handwerk durch ein praxisnahes Mentorenmodell zu stärken.

Ein weiterer Ausblick betraf den Hessentag, der vom 12. bis 21. Juni in Fulda stattfindet. „Es wäre wünschenswert, wenn die Kreishandwerkerschaft Gelnhausen-Schlüchtern dort mit einem eigenen Stand vertreten wäre“, so Kuykendall.

Zum Abschluss der Versammlung diskutierten die anwesenden Vertreter die Beteiligung regionaler Betriebe am Investitionsprogramm für Schulen im Main-Kinzig-Kreis.

„Unsere regionalen Betriebe sollen nicht nur zum Zug kommen, sondern sie müssen auch proaktiv an den Ausschreibungen des Main-Kinzig-Kreises teilnehmen“, betonte Stefan Jökel, Obermeister der Bauhandwerks-Innung Gelnhausen-Schlüchtern und Geschäftsführer von Jökel Bau.

Mehrere Handwerksmeister sprachen sich zudem für eine stärkere Berücksichtigung regionaler Unternehmen bei öffentlichen Aufträgen im Kreis aus. Von Landrat Thorsten Stolz und Kreisbeigeordnetem Jannik Marquart wurde eine lokale Vergabequote gefordert. Nur so könne eine echte Tariftreue gewährleistet werden, die häufig durch externe Unternehmen unterlaufen werde, wenn diese Subunternehmen einsetzen. Ein wichtiger Vorstoß der Kreishandwerkerschaft für fairen Wettbewerb in der eigenen Region.

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