Ostbevern (NRW). Rund 110 Teilnehmer von Raiffeisen-Warengenossenschaften aus ganz Deutschland kamen zum diesjährigen Raiffeisen Kundentag 2026 in Ostbevern zusammen. Unter dem Motto „Schritt für Schritt digital – dein Weg mit Raiffeisen-NetWorld“ stand die Veranstaltung ganz im Zeichen der digitalen Transformation.
Im Mittelpunkt stand die Frage, wie sich Geschäftsprozesse in Genossenschaften nachhaltig und zukunftssicher digitalisieren lassen. Anhand konkreter Praxisbeispiele wurde von Raiffeisen-NetWorld aufgezeigt, welches Potenzial in der digitalen Optimierung von Vertrieb, Marketing, Rechnungswesen, Dokumentationspflichten und Kundenbindung liegt. „Digitaler Wandel ist gestaltbar. Gemeinsam“, betonte Jan Pröbsting-Adelowo, Geschäftsführer der Raiffeisen-NetWorld.
E-Commerce als besondere Herausforderung
Deutlich wurde jedoch auch: Die Einführung digitaler Lösungen verläuft nicht überall reibungslos. Insbesondere die Implementierung von E-Commerce-Strukturen stellt viele Warengenossenschaften vor Herausforderungen. Ein zentraler Grund: Im stationären Handel existieren häufig keine festen Preise. Ein Preismodell, das sich nur schwer auf digitale Plattformen übertragen lässt. Um dieses Problem zu lösen, hat die Raiffeisen Emsland-Süd feste Preise für ihre Produkte im Onlineshop eingeführt und damit Transparenz für ihre Kunden geschaffen.
Digitalisierung & Transformation bei Raiffeisen-Warengenossenschaften
Im Rahmen einer Podiumsdiskussion diskutierten Branchenvertreter offen über Chancen und Hürden der Digitalisierung. An der Podiumsdiskussion nahmen teil:
- Bernhard Temmen, Raiffeisen Emsland-Süd
- Jana Scholz, geschäftsführendes Vorstandsmitglied von GS Die Genossenschaft
- Thomas Bruckmeier, Geschäftsführer der Raiffeisen-Handels-GmbH Ostbayern
Moderiert wurde die Runde von Kevin Kahl, Senior Berater Digitale Transformation im Agrarhandel bei Raiffeisen-NetWorld. Jana Scholz brachte den Kern der Diskussion auf den Punkt: „Digitalisierung bildet unsere Arbeit digital ab. Transformation erleichtert uns unsere Arbeit.“ Die Teilnehmer machten deutlich, dass digitale Projekte neben technischer Umsetzung vor allem organisatorische und kulturelle Veränderungen erfordern.
Doppelstrukturen während der Einführungsphase, Datenqualität, interne Abstimmungsprozesse und die Einbindung der Mitarbeiter zählen zu den größten Herausforderungen. Klar wurde: Veränderung braucht Führung, aber ebenso Dialogbereitschaft. Mitarbeiter müssen aktiv mitgenommen, ihre Einwände ernst genommen und konstruktiv integriert werden. Haben die Mitarbeiter die digitalen Lösungen einmal akzeptiert, möchten sie nicht mehr darauf verzichten.
Recruiting im digitalen Wandel
Wie Digitalisierung auch im Personalbereich Mehrwert schafft, zeigte Alexander Baumann, Geschäftsführer von Jobcluster Deutschland. „Angesichts des demografischen Wandels seien qualifizierte Mitarbeiter eine zentrale und knappe Ressource für die Wertschöpfung von Genossenschaften,“ kommentierte Alexander Baumann.
Digitale Recruiting-Technologien können hier entscheidend unterstützen. Durch effizientere Prozesse, spürbare Zeitersparnis und nachhaltige Kostenvorteile. So ermöglicht etwa das Multiposting-Tool „One-Click-Recruiter“, Stellenanzeigen mit wenigen Klicks auf zahlreichen Plattformen wie Stellenbörsen und Social Media zu veröffentlichen.
Ein Praxisbeispiel lieferte Bernhard Weyers, Bereichsleiter Agrar und Prokurist bei RWG Rheinland: Er berichtete, wie die Lösungen von Jobcluster seinen Arbeitsalltag erleichtern und wie er dank gewonnener Zeit schneller mit qualifizierten Talenten in Kontakt treten kann.



