Der Arbeitsmarkt befindet sich im Wandel. Während viele Unternehmen aktuell von einer Entspannung bei der Personalsuche berichten, ist dies lediglich eine Momentaufnahme. Langfristig bleibt der demografische Wandel die größte Herausforderung für das Recruiting.

In der aktuellen Podcastfolge von Henrik Zaborowski spricht unser Geschäftsführer Alexander Baumann über die Ergebnisse unserer Recruiting Trends 2026 Umfrage. Dabei gibt er spannende Einblicke in die Entwicklung des Arbeitsmarktes, die zunehmende Bedeutung von Künstlicher Intelligenz im Recruiting und zeigt auf, warum Unternehmen zunächst ihre Recruiting-Prozesse digitalisieren sollten, bevor sie KI erfolgreich einsetzen können.

Der Arbeitgebermarkt ist nur eine Momentaufnahme

In den vergangenen Jahren bestimmte vor allem der Fachkräftemangel die Diskussion. Aktuell beobachten viele Unternehmen einen Arbeitgebermarkt. Doch dieser Trend wird sich voraussichtlich nicht dauerhaft fortsetzen.

Bis zum Jahr 2036 werden dem deutschen Arbeitsmarkt rund 4,3 Millionen Arbeitskräfte fehlen. Unternehmen sollten die aktuelle Situation deshalb nutzen, um ihre Recruiting-Strategie langfristig auszurichten und ihre Prozesse zukunftssicher aufzustellen.

Digitalisierung ist die Voraussetzung für den erfolgreichen Einsatz von KI

Künstliche Intelligenz ist eines der wichtigsten Zukunftsthemen im Recruiting. Dennoch sollte sie nicht der erste Schritt sein.

Bevor Unternehmen KI einsetzen, gilt es zunächst, die eigenen Recruiting-Prozesse zu digitalisieren. Erst wenn Daten, Prozesse und Systeme sauber miteinander verzahnt sind, kann KI ihr volles Potenzial entfalten, so Alexander Baumann.

KI sollte Recruiter unterstützen, nicht ersetzen

Laut der Umfrage unterstützt KI Personalverantwortliche vor allem bei zeitaufwendigen Routineaufgaben. Dazu gehören beispielsweise:

  • die Optimierung von Stellenanzeigen,
  • die automatische Kategorisierung von Stellenanzeigen,
  • die Zuordnung für die Bundesagentur für Arbeit,
  • die Analyse von Recruiting-Daten und Performance-Kennzahlen.

Bei Jobcluster setzen wir KI gezielt dort ein, wo sie unmittelbar Mehrwert schafft, so Alexander Baumann. Ein Unternehmen aus der Chemie- und Pharmabranche spart dadurch durchschnittlich 30 Minuten pro Stellenausschreibung bei der Veröffentlichung über die Bundesagentur für Arbeit. Die entscheidende Frage lautet laut Herrn Baumann daher nicht, ob KI eingesetzt werden sollte, sondern: Wo schafft KI einen konkreten Nutzen für Personalverantwortliche und verbessert bestehende Prozesse?

Recruiting-Kanäle, die Bewerber liefern

Recruiting-Erfolg entsteht durch die richtige Kombination der Kanäle. Die Frage nach dem besten Recruiting-Kanal lässt sich nicht pauschal beantworten. Bekannte Jobbörsen liefern weiterhin qualitativ hochwertige Bewerbungen und bleiben für viele Positionen unverzichtbar. Gleichzeitig gewinnen Social Media und die Ansprache passiver Kandidaten zunehmend an Bedeutung.

Während Jobbörsen vor allem aktiv Suchende erreichen, ermöglichen Plattformen wie TikTok oder Snapchat insbesondere bei der Gewinnung von Auszubildenden eine zielgruppengenaue Ansprache.

Ein Praxisbeispiel zeigt das Potenzial: Durch zielgruppenspezifische Social-Media-Kampagnen konnte ein Unternehmen aus der Chemie- und Pharmabranche rund 70 Prozent seiner Ausbildungsplätze erfolgreich besetzen.

Die Karriereseite wird zum wichtigsten Recruiting-Kanal

Ein besonders wichtiger Baustein ist dabei die Karriereseite. Sie ist häufig der erste Kontaktpunkt zwischen Unternehmen und Bewerbenden. Rund 80 Prozent der Kandidaten informieren sich zunächst auf der Karriereseite, bevor sie eine Bewerbung abschicken.

Immer mehr Unternehmen entwickeln ihre Karriereseite zu einem zentralen Recruiting-Hub. Eine für Google for Jobs optimierte Karriereseite sorgt dafür, dass Stellenanzeigen besser gefunden werden und Unternehmen unabhängiger von einzelnen Recruiting-Kanälen werden.

Darüber hinaus gewinnen neue Technologien an Bedeutung, die Inhalte für KI-Systeme besser zugänglich machen. Wer seine Inhalte heute entsprechend strukturiert, verbessert nicht nur seine Sichtbarkeit in Suchmaschinen, sondern schafft gleichzeitig die Grundlage für zukünftige KI-gestützte Such- und Empfehlungssysteme.

Recruiting muss messbar werden

Recruiting ist längst datengetrieben, so Alexander Baumann. Unternehmen sollten deshalb folgende Parameter regelmäßig analysieren:

  • welche Recruiting-Kanäle die meisten qualifizierten Bewerbungen liefern,
  • welche Kosten pro Bewerbung entstehen,
  • wie sich Time-to-Hire und Cost-per-Hire entwickeln,
  • welche Maßnahmen den größten Beitrag zum Recruiting-Erfolg leisten.

Nur wer seine Kennzahlen kennt, kann Recruiting-Budgets reduzieren und Prozesse kontinuierlich verbessern.

Talentpools und Candidate Experience sichern den Recruiting-Erfolg von morgen

Auch Bewerber, die heute nicht eingestellt werden, können morgen wertvolle Mitarbeiter sein. Deshalb sollten Unternehmen langfristige Beziehungen aufbauen, einen Talentpool pflegen und Bewerbenden mit Wertschätzung begegnen. Insbesondere nach mehreren Gesprächen ist eine persönliche Absage ein wichtiger Bestandteil einer positiven Candidate Experience, so Henrik Zaborowski. Angesichts des demografischen Wandels kann genau dieser respektvolle Umgang in Zukunft zum entscheidenden Wettbewerbsvorteil werden.

Jetzt die komplette Podcastfolge anhören

Sie möchten die Einschätzungen von Henrik Zaborowski und Alexander Baumann im Detail hören?

Dann hören Sie jetzt in die aktuelle Podcastfolge hinein. Freuen Sie sich auf spannende Einblicke, praxisnahe Beispiele und konkrete Handlungsempfehlungen rund um die Zukunft des Recruitings, den Einsatz von KI und die Digitalisierung von HR-Prozessen.

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